Du kennst viele Mittel – und trotzdem bleibt ein Fall manchmal unscharf
Vielleicht hast Du eine deutliche Causa und denkst sofort an mehrere bekannte Arzneimittel.
Vielleicht fällt Dir eine ungewöhnliche Formulierung auf, Du weißt jedoch nicht, wie stark Du sie gewichten sollst.
Oder eine Patientin erzählt sehr viel. Du siehst zahlreiche interessante Einzelheiten, doch die eigentliche Mitte des Falles bleibt verborgen.
Dann fehlt es häufig nicht an Wissen. Es fehlt eine klare Ordnung der Spuren.
Das Repertorium kann Dir zeigen, welche Arzneimittel in welchen Rubriken vorkommen. Es kann allerdings nicht wahrnehmen,
bei welchem Satz sich die Stimme der Patientin verändert,
wann ihr Blick plötzlich ins Leere geht,
welche Formulierung sich durch ganz unterschiedliche Lebensbereiche zieht,
an welcher Stelle ein körperliches Symptom während des Gesprächs beginnt,
oder welches scheinbar nebensächliche Detail die Tür zum Fall öffnet.
Genau hier setzt TRACE an.
TRACE heißt Spur
Wir folgen der Spur, die ein Mensch durch seine Symptome, seine Erlebnisse, seine Sprache und seine Reaktionen zeigt.
Dabei achten wir nicht nur darauf, was die Patientin erzählt.
Wir nehmen auch wahr, wie sie es erzählt.
Wo verändert sich etwas?
Welche Worte wiederholen sich?
Welche Bilder und Vergleiche benutzt sie?
Was ist tatsächlich geschehen?
Und welches Arzneimittel entspricht nicht nur einem einzelnen Symptom, sondern dem Zustand, der sich im gesamten Fall zeigt?
Die entscheidende Spur liegt nicht immer im auffälligsten Symptom. Häufig zeigt sie sich erst in der Verbindung verschiedener Ebenen.
Die fünf Bereiche der TRACE-Methode
T – Türsymptom: Welches Symptom, welcher Traum, welches Bild oder welche auffällige Reaktion kann die Tür zu diesem Fall öffnen? Das Türsymptom ist nicht automatisch die Hauptbeschwerde und auch nicht einfach nur ein seltenes Symptom. Es ist die Stelle, an der sich etwas vom inneren Geschehen des Menschen zeigt.
R – Reales Geschehen: Wir bleiben nicht bei allgemeinen Aussagen wie „Ich bin überfordert“, „Ich fühle mich nicht gesehen“ oder „Ich verliere die Kontrolle“. Wir gehen gemeinsam mit der Patientin in eine konkrete Situation: Erst im realen Geschehen wird die individuelle Reaktion sichtbar.
A – Affektiver Wechsel: Wo verändert sich während des Erzählens die Stimme, der Blick, etc.? Der affektive Wechsel ist noch keine Arzneimittelverordnung. Er zeigt uns jedoch: Hier geschieht gerade etwas.
C – Charakteristische Sprache und Gesten: Welche Worte, Bilder, Metaphern, Versprecher, Träume oder Bewegungen sind für diesen Menschen besonders charakteristisch? Wir übersetzen die Sprache der Patientin nicht vorschnell in Fachbegriffe. Wir bleiben zunächst bei ihrem individuellen Bild und finden heraus, was es für sie bedeutet.
E – Entsprechung: Welches Arzneimittel entspricht dem Zustand, der sich hier zeigt? Wir führen Türsymptom, reales Geschehen, Reaktion, Sprache, körperliche Symptome, Modalitäten und Arzneimittelbild zusammen. Erst dann prüfen wir unsere Arzneimittelidee mit Materia medica und Repertorium.
TRACE ersetzt Dein Wissen nicht – die Methode hilft Dir, es gezielter einzusetzen
TRACE ist keine neue Liste mit Arzneimitteln. Die Methode ersetzt weder die Materia medica noch das Repertorium. Sie hilft Dir vielmehr zu erkennen, wonach Du überhaupt suchen und welche Symptome Du gewichten solltest.
Du lernst,
einen Fall nicht vorschnell mit immer mehr Rubriken zu überfrachten,
mögliche Türsymptome zu erkennen, ohne sie zu erzwingen,
aus allgemeinen Aussagen in konkrete Situationen zu gelangen,
Veränderungen im Gespräch wahrzunehmen,
charakteristische Sprache von allgemeinen Formulierungen zu unterscheiden,
Beobachtung und Interpretation voneinander zu trennen,
offene Fragen zu stellen, ohne die Patientin in eine Richtung zu führen,
eine Arzneimittelidee am gesamten Fall zu überprüfen,
und eine Spur auch wieder zu verlassen, wenn sie nicht trägt.
TRACE soll Dich nicht enger machen. Die Methode soll Deine Wahrnehmung öffnen.
Das erwartet Dich im Kurs:
11 Videos zur TRACE-Methode
Im Theorieteil erarbeiten wir Schritt für Schritt:
warum mehr Symptome nicht automatisch mehr Klarheit bringen,
was es bedeutet, wie eine Homöopathin zu denken,
wie eine tragende Spur im Fall erkennbar wird,
die fünf Bereiche der TRACE-Methode,
das Türsymptom,
das reale Geschehen,
den affektiven Wechsel,
charakteristische Sprache und Gesten,
die Entsprechung zum Arzneimittel,
die Anwendung am vollständigen Symphytum-Fall,
typische Fehler und die Grenzen der Methode.
Du kannst die Videos in Deinem eigenen Tempo ansehen und einzelne Abschnitte jederzeit wiederholen.
Ausführliches Handout: Das Handout begleitet Dich durch den gesamten Kurs und fasst die wesentlichen Inhalte zusammen.
Praktische TRACE-Übersicht für Deinen Schreibtisch: Zusätzlich erhältst Du eine kompakte Übersicht auf einer Seite. Du kannst sie bei Anamnesen und Fallanalysen neben Dich legen und Dich daran orientieren.
Live-Fallwerkstatt am 20. August 2026: 18:30 bis 21:00 Uhr live über Zoom inkl. Aufzeichnung. In der Fallwerkstatt besprechen wir die TRACE-Methode anhand unserer eigenen Fälle aus der Praxis. Wir zeigen Dir nicht nur das fertige Ergebnis, sondern gehen gemeinsam allen Fragen nach.
So erlebst Du, wie TRACE in realen Anamnesen angewendet wird – mit allen Überlegungen, Differenzialdiagnosen und möglichen Umwegen. Die Fallwerkstatt wird aufgezeichnet und steht Dir anschließend dauerhaft zur Verfügung. Du kannst den Kurs daher auch buchen, wenn Du am 20. August nicht live teilnehmen kannst.
Für wen ist die TRACE-Einführung geeignet?
Der Kurs richtet sich an Homöopathinnen, Heilpraktikerinnen und homöopathisch Vorgebildete, die ihre Anamnese und Fallanalyse vertiefen möchten.
Besonders hilfreich ist TRACE für Dich, wenn Du:
viele Informationen aufnimmst, die Fallmitte jedoch manchmal unklar bleibt,
häufig mehrere plausible Arzneimittel vor Dir hast,
ein ungewöhnliches Detail wahrnimmst, aber seine Bedeutung noch nicht sicher einschätzen kannst,
genauer fragen möchtest, ohne zu bohren oder zu psychologisieren,
Sprache, Bilder, Träume und Reaktionen stärker in Deine Fallanalyse einbeziehen möchtest,
Deine Arzneimittelentscheidungen klarer begründen und überprüfen möchtest,
oder Deine vorhandene Erfahrung strukturierter einsetzen möchtest.
TRACE ist nicht nur für besonders schwierige Fälle gedacht. Auch in vermeintlich einfachen Fällen hilft die Methode zu überprüfen, ob Symptomatik, Reaktionsweise und Arzneimittel tatsächlich zusammenpassen.
Was TRACE nicht ist
TRACE ist keine Psychotherapie und keine Traumatherapie. Wir suchen nicht hinter jedem Symptom nach einer verdrängten Traumatisierung. Wir drängen Patientinnen nicht dazu, belastende Situationen erneut zu durchleben.
Wir beobachten, hören zu und folgen der Spur, die der Mensch tatsächlich zeigt. Was sich nicht zeigt, wird nicht erzwungen.
TRACE ist außerdem kein starres Formular. Die fünf Bereiche müssen nicht in jeder Anamnese gleich deutlich auftauchen oder in einer bestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden.
Die Methode ist eine Orientierung für die homöopathische Arbeit mit Menschen. Sie ist nicht auf Tierfälle übertragbar.
Im Kurspreis von 127 € enthalten:
11 Videos zur TRACE-Methode
vollständiger Symphytum-Praxisfall
Live-Fallwerkstatt am 20.08.2026
Fallwerkstatt als dauerhafte Aufzeichnung
ausführliches Handout
kompakte TRACE-Übersicht für den Schreibtisch
dauerhafter Zugriff auf sämtliche Kursinhalte
Häufige Fragen
Muss ich am 20. August live dabei sein?
Nein. Die Fallwerkstatt wird aufgezeichnet. Du erhältst dauerhaften Zugriff auf die Aufzeichnung und kannst sie ansehen, wann es für Dich passt.
Ist TRACE nur für schwierige oder ungelöste Fälle geeignet?
Nein. TRACE kann bei komplexen Fällen besonders hilfreich sein, schult jedoch grundsätzlich Deine Art, Anamnesen zu führen und Fälle zu betrachten.
Brauche ich viel Berufserfahrung?
Du solltest über homöopathische Grundkenntnisse verfügen. Der Kurs ist sowohl für fortgeschrittene Homöopathinnen als auch für unerfahrene Kolleginnen geeignet. TRACE ersetzt Dein bisheriges Wissen nicht, sondern hilft Dir, es gezielter anzuwenden.
Muss ich die fünf Buchstaben bei jeder Anamnese der Reihe nach abarbeiten?
Nein. TRACE ist keine starre Schrittfolge. Die fünf Bereiche dienen als Landkarte. Mit zunehmender Erfahrung gehen sie immer mehr in Deine natürliche Arbeitsweise über.
Geht es hauptsächlich um Traumatisierungen?
Nein. Ein prägendes Erlebnis oder eine Traumatisierung kann Teil einer Fallspur sein, muss es jedoch nicht. TRACE hilft Dir, das individuelle Geschehen eines Menschen wahrzunehmen, ohne normale Gefühle zu pathologisieren oder zwanghaft nach verborgenen Ursachen zu suchen.
Ersetzt TRACE das Repertorium oder die Materia medica?
Nein. TRACE hilft Dir, die entscheidenden Informationen eines Falles zu erkennen und zu gewichten. Anschließend überprüfst Du die Arzneimittelidee weiterhin fachlich mit Materia medica und Repertorium.
Über uns
Wir sind Veronika Fischer und Astrid Kuhlmann, Heilpraktikerinnen, Homöopathinnen und Gründerinnen des Homöopathie Salons.
TRACE ist nicht am Schreibtisch als theoretisches Modell entstanden. Die Methode hat sich über viele Jahre aus unserer täglichen Praxis entwickelt: aus einfachen Fällen, aus Fällen, über die wir lange nachdenken mussten, aus Verordnungen, die zunächst nicht funktioniert haben – und aus den besonderen Momenten, in denen plötzlich alle Ebenen eines Falles zusammenpassten.
Wir arbeiten nicht an jeder Stelle identisch. Jede von uns bringt ihre eigene Erfahrung, Wahrnehmung und Persönlichkeit in die Anamnese ein. Gerade deshalb ist TRACE kein starres Gesprächsschema.
Die Methode gibt eine gemeinsame fachliche Orientierung und lässt gleichzeitig Raum für Deine eigene Art zu arbeiten.
Unser Ziel ist, dass Du nach diesem Kurs nicht einfach fünf neue Begriffe kennst. Du sollst genauer wahrnehmen können, wo sich ein Fall öffnet, welche Spur wirklich trägt und wie Du daraus eine nachvollziehbare homöopathische Arzneimittelentscheidung entwickelst.
Folge der Spur, die der Mensch Dir tatsächlich zeigt.